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Grundsätzlich sind derzeit drei Methoden gebräuchlich:

Im folgenden werden Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden diskutiert.

Lacke

Unterschieden werden 1- und 2-Komponenten-Lacke. Im Bootsbau haben sich 2-Komponenten-Lacke weitgehend durchgesetzt, weil sie erheblich härter und beständiger sind. Gebräuchlich ist

  • Epoxid-Lack
  • Polyurethan-Lack (PU)
  • Alkydharz-Lack

Lack auf Epoxid-Basis hat alle guten Eigenschaften von Epoxidharz, ist aber leider nicht 100% UV-Licht-beständig. Daher eignet er sich v.a. für das Unterwasserschiff, das dem Sonnenlicht nicht so intensiv ausgesetzt ist.
PU-Lack wird vor allem für Deckslackierungen verwendet, da ähnlich hart wie Epoxid, aber besser UV-beständig.
Alkydharz-Lack wird von Autolackierereien verwendet und ist eine etwas preiswertere Alternative zu Epoxid mit guter UV-Beständigkeit.

Holzdeck mit Glasseide überziehen

Wesentlich haltbarer als eine Lackierung. Wenn der Überzug richtig gemacht wird, ist er kaum zu erkennen, weil das dünne Glasgewebe komplett transparent wird. Handwerklich nicht allzuschwer auszuführen:

Wenn das Deck komplett abgeschliffen ist, mit Epoxy grundieren und eine dünne Lage Glasfaser drauflegen.

Das Grundieren geht ziemlich einfach, weil das Deck ja fast eben ist und das Epoxy gut verläuft. Das geht sogar mit der Rolle. Man braucht etwa zwei bis drei Durchgänge, im Abstand von einer Stunde, dann ist der vorherige ausreichend geliert. Ohne Zwischenschleifen. Die Glasfaser schneidet man nur ganz grob zurecht und legt sie in eine frische Lage Epoxy. Sie muss von selbst liegen, da man sie ohne Vakuum-Folie nicht gut andrücken kann.
Der Trick ist: Man darf sie nicht vorher genau zuschneiden, sondern muss sie so auslegen, dass sie von selbst liegen bleibt und überall etliche Zentimeter übersteht, nur ein paar Luftblasen rausdrücken und gleich anschließend noch einmal eine Lage Harz drüber rollen. Dann lässt man das Epoxy 12 Stunden fest werden. Alles was jetzt noch absteht ist fest, aber sehr dünn, kann man mit einem Cutter ganz leicht abschneiden. Wenn man das weiß, kann man vorher die Stücke Glasfaser dementsprechend grob zurecht schneiden (Schere). Die Glasfaser macht nämlich keine kleinen Biegeradien mit, wenn nicht an beiden Seiten ausreichend Klebefläche ist. Deshalb funktioniert es - bei mir - innen am Süllbord, aber nicht außen an der Scheuerleiste. (Bei mir ist es genau andersrum…)

Die Scheuerleiste würde ich vorher mit Kreppband abkleben und ohne Glasfaser ausführen, je nachdem, ob nacktes Teak oder lackiertes Mahagoni.

An den Stößen legst Du die Glasfaser einfach übereinander - sieht man hinterher nicht, sie wird ja duchsichtig - und erst vor der Schlussbehandlung musst die Stelle etwas planschleifen (vielleicht vorher mal zu Hause ausprobieren)

Aber jetzt kommt noch nicht die Schlussbehandlung, sondern das Auffüllen des Glasgewebes: Im Stundenabstand weitere Schichten Harz mit der Rolle auftragen. Die verlaufen jedes mal und nach einigen Durchgängen ergibt sich irgendwann ganz von selbst eine schöne glatte Oberfläche.

Richtig aushärten lassen - jetzt erst Gewebestöße plan schleifen (nass) - gesamte Oberfläche fein anschleifen (nass).

Die Schlusslackierung erfolgt mit Klarlack - am besten den teuren 2-Komponenten. Bis hierhin habe ich immer selbst eine glatte Oberfläche hingekriegt, aber nicht beim Lackieren. Die Schlusslackierung dient nur dem UV-Schutz. Wenn Du mich fragst - aber Du fragst mich ja nicht - lass Dir bei der Endlackierung helfen! Oder lass sie gleich vom Profi machen (Lackierer/Tischler/Bootsbauer/Instrumentenbauer). Ein gelernter Lackierer streicht auch von Hand mit dem Pinsel so, dass man es für gespritzt hält. Ich kann das jedenfalls nicht, habs etliche male probiert.

Alternativ kannst Du's einfach in der Autolackiererei spritzen lassen: Bereitest alles vor, klebst es gut ab, deckst das Cockpit ab, trägst ihnen den entsprechenden Lack hin und sie sollen es zwei mal spritzen. Die haben sogar eine Einbrennkammer wo der Lack viel besser abbindet.

P.S.: Der Haken an der Epoxy-Geschichte ist, dass man ziemlich genau 20°C braucht, höchstens ein oder zwei Grad Abweichung. Wenn es kälter ist bindet es nicht nur sehr viel langsamer ab sondern wird auch deutlich weniger fest. Und wenn es viel wärmer ist bindet es so schnell ab, dass Du nicht nachkommst.

Falls Du es wirklich in Erwägung ziehst: Es muss nicht das teure Epoxy-West sein, Du kannst alles nehmen, wo EPOXYD-HARZ drauf steht. Glasfaser: Die dünnste/leichteste, die sie haben. (Lt. Empfehlung Fa. Mader: Gefinishtes Glasgewebe, 80 g/qm). Beim Mischen machst Du es Dir allerdings viel leichter, wenn Du die Dosier-Pumpen von West-System nimmst. Du musst ja etliche Male mischen.

Deck ölen

Von Michael Heber aus Krefeld (GER 3402)

Mein Korsarholzdeck (aber auch das von meinem 15er und von vielen anderen Holzbooten) ist nicht lackiert sondern geölt.

Dies hat viele Vorteile:

  1. Ist auch in staubiger Halle und bei niedrigeren Temperaturen möglich.
  2. Ist rutschfester als Lack
  3. Bei Kratzern ist kein sofortiges Ausbessern erforderlich (Holz ist ja getränkt und wird auch an Kratzern nicht schwarz)
  4. Beim Nacharbeiten muss nur Fett z.B. mit Spiritus und/oder ganz leichtem Anschleifen entfernt werden Dadurch wird auch nach vielen Behandlungen die dünne Furnierschicht nicht durchgeschliffen. Das erforderliche Anschleifen ist so geringfügig, dass ich es inzwischen immer nur noch per Schleifklotz von Hand mache. Dafür den Schwing-, und Dreiecksschleifer mit all der Staubverteilung in Betrieb zu nehmen lohnt sich nicht.
  5. Das Ganze ist sehr viel fehlertoleranter beim Auftragen als Lack, was zu viel ist wird einfach weggewischt, keine bleibenden Nasen!

Die Nachteile:

  1. Glänzt nicht ganz so toll wie neuer Lack (daher auch der Vorteil 2.)
  2. Lässt sich nur auf reines unlackiertes oder abgeschliffenes Holz auftragen, bei Neuen Holzteilen also gar kein Problem, bei bereits lackierten Teilen muss einmal aller Lack abgeschliffen werden, das ist recht viel Arbeit.
  3. Beim ersten Tränken braucht man so ca. 15-20 Tränkungen und dann ca. 10 Tage später noch einmal bis zu 5. Die einzelnen Aufträge gehen aber sehr schnell nass in nass.
  4. Hochfeste Verklebungen kann man nur vor dem Ölen oder einige Wochen nach dem letzten Ölauftrag vornehmen.

Die Verarbeitung:

  1. Holz je nach gewünschter Rutschfestigkeit / Glätte mit 80 bis 150er Körnung in Maserungsrichtung anschleifen. Alter Lack (nicht altes Öl) muss völlig entfernt werden.
  2. Oberfläche mit Spiritus reinigen
  3. Öl mit Pinsel, Rolle oder Lappen auftragen, bis kein Öl mehr aufgenommen wird. (Nass in Nass)
  4. Nach einem Tag gehen meist noch einmal 1-4 Anstriche
  5. Nach 10 Tagen gehen auch noch einmal ein paar Anstriche.

Nacharbeiten / Ausbesserung:

  1. Bei Kratzern in der Saison normalerweise bei ordentlicher Durchtränkung mit Öl keine Nacharbeit erforderlich. Bei tiefen Rissen ggf. etwas nachtupfen.
  2. Je nach Sonneneinstrahlung "verbraucht" sich das Öl an der Oberfläche. Dies ist je nach Anzahl Segeltage im Sommer und Qualität und Abdeckungsgrad der Persenning so nach 2-5 Jahre der Fall.
  3. Dann einfach mit Spiritus Holzteile reinigen, ggf. leicht Anschleifen und so lange Nachölen, bis kein Öl mehr aufgenommen wird. (Bei meinen Booten in der Regel schon nach 3-5 Ölungen).

Ich verwende immer das Produkt Owatrol D1. Zum Nachbehandeln mit etwas mehr Glanz (aber auch weniger Rutschfestigkeit) gibt es vom gleichen Hersteller auch eine Type D2, die ich aber nie nehme. Es gibt auch vergleichbare Produkte von anderen Herstellern, die ich aber nicht selber ausprobiert habe.

Für das Unterwasserschiff halte ich aufgrund der verbleibenden Rauhigkeit diese Methode nicht für so geeignet, habe das aber nicht ausprobiert. Für das Deck und innen, wo man ja auch immer mit Kratzern rechnen muss, gibt es aus meiner Sicht von den Eigenschaften und der Verarbeitung nichts angenehmeres.

Wieso diese Behandlung von Werften so wenig eingesetzt wird, kann ich mir nur durch folgende Gründe erklären:

  1. Wenn man eine professionelle Lackierkabine zur Verfügung hat, geht die Erstlackierung ohne Anschleifen erheblich schneller / kostengünstiger mit normalen Lacken.
  2. Zum Ölen eines Schiffes muss dieses 10 Tage in der Halle verbleiben, beim Lackieren kann man am nächsten Tag weiter arbeiten / ausliefern. Für mich als Hobbybootsbauer ist das natürlich kein Argument.
  3. Die Arbeitsersparnis bei der folgenden Pflege ist für die Werft und den Neukäufer nicht so wichtig.
  4. Hochglanz verkauft sich über die Emotion wohl besser.

Michael (GER 3402)

Deck frisch geölt, hier noch nass, zieht dann mit der Zeit ein:

So sieht es dann ganz fertig aus, der Glanz lässt etwas nach:

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Zuletzt geändert am 14.12.2012 18:19 Uhr